So redet Berlin
Ein paar Regeln, damit auf dem Kanal alle durchkommen.
Du brauchst kein Funkzeugnis und musst keine geheimen Codes lernen. Taste drücken, reden, loslassen – dit war’s.
Trotzdem ist ein offener Kanal ein bisschen anders als eine Sprachnachricht: Alle hören gleichzeitig zu, und es kann immer nur eine Person sprechen. Damit das nicht im Durcheinander endet, helfen ein paar einfache Regeln.
- Erst hören, dann drücken. Wenn jemand spricht, bleibt die Taste erstmal in Ruhe. Danach bist du dran.
- Sag, was Sache ist. Du hast maximal 60 Sekunden. Meistens reichen deutlich weniger.
- Direkt ist okay. Respektlos nicht. Berliner Schnauze gehört dazu – solange der Respekt nicht flöten geht. Beleidigungen, Hetze und persönliches Fertigmachen haben auf dem Kanal nichts verloren.
- Mach aus dem Kanal keine Dauerwerbesendung. Ein guter Tipp fürs Straßenfest oder den Flohmarkt: gerne. Spam und Eigenwerbung in Dauerschleife: nee.
- Privat bleibt privat. Keine echten Namen, Adressen oder Telefonnummern durchsagen – weder deine noch die von anderen. Dafür hast du deinen Rufnamen (dein Pseudonym).
Kurz gesagt: Red so, wie du auch mit Fremden am Kiosk reden würdest.
Funksprech – kannste, musste nicht
Die Funksprache stammt aus einer Zeit, in der Nachrichten noch gemorst wurden. Kurze, feste Codes kamen schneller durch und wurden auch verstanden, wenn die Verbindung schlecht war.
Ein paar davon hört man bis heute. Benutzen musst du sie auf 030.berlin nicht. Aber falls dir jemand ein „QSL“ oder „73“ zuruft, weißt du jetzt, was gemeint ist.
Die nützlichen Q-Codes
- QRV – ich bin bereit und auf Empfang. „Currywurst36 ist QRV.“
- QRX – einen Moment, bitte warten. „Kurz QRX, bin gleich wieder da.“
- QTH – mein Standort. „Mein QTH ist gerade am Tempelhofer Feld.“
- QRZ – wer ruft mich? Praktisch, wenn du nicht verstanden hast, wer dich angesprochen hat.
- QSY – wir wechseln den Kanal. „QSY auf Kanal 9.“
- QSL – verstanden, Empfang bestätigt. Die Funkversion von „Alles klar“.
- QSO – ein Gespräch, eine Funkverbindung. Ihr habt miteinander gesprochen? Dann hattet ihr ein QSO.
- QRT – Schluss für heute. Gerät aus, Browser zu, Feierabend.
Für die ganz alten Hasen
- QRM – andere Stationen stören den Empfang.
- QRN – Knistern oder andere natürliche Störungen.
- QSB – das Signal wird stärker und schwächer.
Diese drei wirst du auf 030.berlin eher selten brauchen. Aber jetzt kann dir wenigstens niemand mehr erzählen, QRM sei eine neue Clubreihe.
Die Klassiker
- „Roger“ – verstanden.
- „Break“ – ich möchte kurz etwas dazwischen sagen.
- „Kommen“ – ich bin fertig, du bist dran. Bei 030.berlin erledigt das die Sprechtaste: Loslassen reicht.
- 55 – viel Erfolg, alles Gute.
- 73 – viele Grüße. Der klassische Abschied unter Funkern.
Und was muss ich mir davon merken?
Eigentlich nur das: erst zuhören, kurz reden, andere zu Wort kommen lassen, kein Gepöbel, keine privaten Daten.
Den Rest kannst du benutzen, ignorieren oder beim nächsten QSO fachkundig einstreuen. Hauptsache, Berlin kommt durch.
73 – wir hören uns auf Kanal 9.