Die Idee hinter 030.berlin

Berlin hat sich verändert.

Als ich hier in den 90ern aufgewachsen bin, war die Stadt im Umbruch: offen, oft chaotisch und – zumindest in meinen Augen – voller positiver Energie. Berlin war gerade wiedervereint, alte Grenzen verschwanden, alles schien irgendwie möglich. Niemand wusste genau, wohin die Reise geht, aber man spürte: Hier passiert was!

Das Internet von damals

Hinzu kam das damals noch junge und kaum regulierte Kommunikationsmedium Internet: nicht perfekt organisiert, durchoptimiert oder kommerzialisiert, sondern genau wie Berlin ein Freiraum für Ideen und einen unkomplizierten Austausch.

Heute: eine App für alles

Heute ist Berlin wie das Internet: professioneller, standardisierter, verschlossener. Für fast alles braucht man eine App, einen Account, eine Gruppe, einen Feed – und die Erlaubnis eines Algorithmus, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Das Experiment

Ich will herausfinden, ob lokale und offene Kommunikation auch heute noch Interesse weckt – komplett ohne Profil, ohne Algorithmus, ohne Follower.

Aus dieser Idee ist 030.berlin entstanden: offene Kommunikation für Berlin, und zwar nur für Berlin. Von außerhalb kann man weder zuhören noch mitmachen. Ohne Anmeldung, ohne zusätzliches Gerät und ohne Profilbildung: einfach die Seite öffnen, zuhören oder selbst was sagen – egal ob im eigenen Bezirk oder für ganz Berlin (Kanal 9).

Wo das praktisch ist

Besonders praktisch ist das vor einem Konzert, auf dem Flohmarkt, beim Straßenfest – und überall dort, wo man mit Menschen in der Umgebung sprechen will, ohne dafür gleich einer neuen Plattform beitreten und ein Profil anlegen zu müssen. Wie das im Detail funktioniert, steht unter So funktioniert’s; woher der Name kommt, erzählt die Geschichte hinter 030.

Vielleicht braucht moderne Kommunikation wieder etwas weniger Plattform und etwas mehr Verbundenheit.

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